Was passiert, wenn alle guten Content machen?

Was passiert eigentlich, wenn alle Unternehmen gutes Content Marketing machen? Wenn das Internet und die Social Media Plattformen prall gefüllt mit gehaltvollen Inhalten sind? Was macht dann noch richtig guten Content aus? Dieser Frage gingen mehrere Vorträge beim D2M Summit am 11. Mai in Hamburg nach, den ich besucht habe. Fazit: Die einen plädieren für Magic Content, die anderen für „langweiligen“ Content. Die Frage nach der Story und der Experience wurde aber viel zu selten gestellt. Meine Eindrücke zum Status Quo der Diskussion um Content Marketing habe ich auf dem Storyblogger geschildert: www.storyblogger.de/2016/05/content-marketing

PR in der virtuellen Realität: Nur ein Hype?

Virtual Reality wird die Kommunikation von Unternehmen bald mindestens so deutlich prägen, wie es Social Media und Smartphones in den vergangenen Jahren getan haben, davon bin ich überzeugt. Mit der neuen Technologie eröffnet sich ein neuer Kommunikationskanal. Wir „PRler“ müssen uns mit ihm beschäftigen, um zu verstehen, was die Spielregeln sind und welche Kommunikationskonzepte funktionieren.

Darüber, über die Geschichte der Virtual Reality und die aktuellen Devices habe ich auf dem Storyblogger einen Beitrag veröffentlicht. Jump: http://www.storyblogger.de/2015/09/pr-in-der-virtuellen-realitaet-nur-ein-hype/

Franzi und die Deutsche Bahn – eine Liebesgeschichte für Community Manager

Positive Beispiele für gelungenes Community Management auf Facebook kursieren weit weniger häufig im Netz, als all die Shitstorms und Negativbeispiele. Insbesondere die Deutsche Bahn stand schon häufiger im Kreuzfeuer der digitalen Kritik. Diesesmal jedoch hat sie alles richtig gemacht.

Franzi hatte die Unpünktlichkeit, die steigenden Preise und den fehlenden Stauraum für Koffer satt und löste die „Beziehung“ mit der Deutschen Bahn zugunsten ihres Opels auf Facebook auf:

Franzi machte auf Facebook mit der Deutschen Bahn stilvoll Schluss.

Franzi machte auf Facebook mit der Deutschen Bahn stilvoll Schluss.

Die meisten Unternehmen hätten auf diesen Post wohl gar nicht reagiert. Oder sie hätten einen ihrer Textbausteine aus den FAQs kopiert und gepostet.

Nicht so Maik (/mi), Community Manager bei der Deutschen Bahn. Er reagierte mit viel Humor und ließ sich auf das öffentliche Trennungsgespräch ein:

Die Deutsche Bahn kämpft um die Beziehung mit Franzi

Die Deutsche Bahn kämpft um die Beziehung mit Franzi

In der Folge entspinnt sich ein gelungener und amüsanter Dialog zwischen Franzi und der Deutschen Bahn, in seiner Gänze nachzulesen auf der Facebookseite.

Das Beispiel zeigt hervorragend, was Social Media eigentlich ausmacht: Die direkte, unverfälschte Kommunikation auf Augenhöhe mit Kunden, Freunden, Partnern.

Doch nicht nur die Deutsche Bahn hat hier viel richtig gemacht und mit Verstand und Humor reagiert, sondern auch Renault und Opel. Beide Autohersteller schalteten sich in das Gespräch ein und kämpften ebenfalls um Franzi.

Renault versucht der Bahn und Opel Konkurrenz zu machen.

Renault versucht der Bahn und Opel Konkurrenz zu machen

Und auch Opel kämpft um Franzi

Und auch Opel kämpft um Franzi

Chapeau!

Facebook-Analyse mit Wolfram Alpha

Wolfram Alpha dürfte den meisten ein Begriff sein. Die Suchmaschine gilt als Pionier in der Entwicklung des Internets hin zu einem Semantic Web.

Seit heute bewegt sich Wolfram Alpha auf neuem Terrain und bietet zusätzlichen zur semantischen Suche eine Facebook-Evaluation an. Was das bedeutet? Wolfram Alpha liefert einen Report, der Aufschluss darüber gibt, wieviele Posts ich in welcher Zeit auf meiner Pinnwand gepostet habe, wieviele Likes es dafür gab, welche Apps ich häufig benutze und vieles mehr.

Das Ganze macht nicht nur optisch was her, sondern liefert auch einiges an Funktionalität mit. Und: Die einzelnen Statistiken können problemlos heruntergeladen und verwendet werden.

So bereitet Wolfram Alpha verschiedenste Facebookdaten des eigenen Profils auf.

So bereitet Wolfram Alpha verschiedenste Facebookdaten des eigenen Profils auf.

Außerdem nett: Eine Wordcloud zeigt, welche Begriffe ich in meinen letzten Postings am häufigsten benutzt habe.

Von Wolfram Alpha generierte Word Cloud zu Postings meines Facebookprofils.

Von Wolfram Alpha generierte Word Cloud zu Postings meines Facebookprofils.

PS: Die App von Wolfram Alpha zur Facebook-Evaluation erfordert einige Genehmigungen. Zudem wird durch die Abfrage direkt bei Wolfram Alpha ein Account angelegt und die eigenen Facebookdaten werden anonymisiert gespeichert um Vergleiche ziehen zu können. Wer das nicht möchte, muss ja nicht. Wer aber mit Klout und vergleichbaren Diensten kein Problem hat, wird auch hier keines haben…

Recruiting-Videos: Das war 2012

Manche Dinge scheinen oberflächlich betrachtet eine fabelhafte Idee zu sein. Nutella und Kiwis zum Beispiel. Und hippe Recruiting-Videos um „die jungen Leute zu erreichen“.

Oberflächlich betrachtet. Denn Kiwi und Nutella passen im Gegensatz zu Banane und Nutella nicht wirklich zusammen. Und Recruiting-Videos sind, vor allem wenn sie „selbstgemacht“ sind, selten hipp und erfolgreich.

Was Agenturen, motivierte Auszubildende, Bewerber und Unternehmen im Jahr 2012 an (negativ-)viralen HR- und Bewerbungsvideos in den Äther geschossen haben, ist wirklich eine kleine Sammlung hier auf dem Blog wert. Natürlich zeige ich nur meine persönlichen Highlights aus 2012. Wobei ich das Video des Backhauses Düming fast schon wieder charmant finde…

Auf Platz 5: Praktikum bei Edeka

Auf Platz 4: Ich bin Bäcker (Backhaus Dümig)

Auf Platz 3: Tag der Ausbildung bei McDonalds

Auf Platz 2: Praktikum bei BMW

Auf Platz 1: Sparda Movie Stars

Infografik der Woche: Facebook

Bist du etwa 22 Jahre alt, hast um die 140 Freunde bei Facebook und mehr als 200 Fotos hochgeladen? Dann bist du… durchschnittlich.

So sieht nämlich der typische Facebook-Nutzer aus; jünger geworden, ist er. Und bereitweillig, seinen Teil zu den beeindrucken Zahlen beizutragen:

Die neueste Infografik zum blauen Riesen wartet einmal wieder mit beeindruckenden Zahlen auf.

Quelle: KRDS

Die exklusivste Facebook-Seite der Welt

Als Social Media und Facebook in der Marken- und Unternehmenskommunikation noch ein Hype waren, waren die Fanzahlen bei Facebook das Maß, mit dem der Praktikant/IT-Typ/Community Manager bewertet wurde. Je mehr Fans, desto besser, das war die einfache Rechnung.

Heute sagen Unternehmen, die was auf sich halten, nicht die Anzahl der Fans sei entscheidend, sondern die Interaktion der Fans mit der Seite. Klingt irgendwie nach „Qualität statt Quantität“. Klingt nach Dialog und Kundenorientierung. Im Grunde bedeutet es aber: Je mehr „Gefällt mir“-Klicks und Kommentare, desto besser. Und je mehr Fans, desto besser, denn dann gibt es auch mehr „Gefällt mir“-Klicks und Kommentare. Wieder eine einfache Rechnung, also.
Im Grunde hat sich damit nicht viel verändert, immer noch ist Masse letztendlich das entscheidende Kriterium. Das Ganze wird nur in besser klingende Sätze verpackt.

Das spürt man auch, als Fan von Facebookseiten. Kaum ein Post, der nicht auf Klicks aus ist. „Klicke gefällt mir, wenn auch du dich aufs Wochenende freust!“. „Klicke „Gefällt mir“, wenn du Schokolade magst. Teile den Beitrag, wenn du lieber herzhaft knabberst.“ „Jetzt „Gefällt mir“ klicken, den Beitrag teilen und einen Kommentar schreiben, dann kannst du ein iPad gewinnen!“ Und so weiter, das Elend nimmt kein Ende…

http://www.facebook.com/photo.php?fbid=222285994565408&set=a.216441618483179.47285.207349746059033&type=1

http://www.facebook.com/photo.php?fbid=222285994565408&set=a.216441618483179.47285.207349746059033&type=1

Schöne Beispiele für diese effekthaschende und plumpe Kommunikation auf Facebook liefert übrigens die Satire-Page Condescending Corporate Brand Page. Wer mag, kann sich hier Inspirationen für den nächsten Post holen, oder aber herzlich lachen.

Eine der wenigen Facebookseiten, die jetzt einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat, ist die Markenseite von Grey Poupon. Grey Poupon ist ein Dijonsenf und die Facebookseite, die CP+B betreut, ist nicht für alle. Die Fan-Basis wird beschränkt, was in der Praxis bedeutet, dass jeder, der die Seite mit „Gefällt mir“ markiert, von den Administratoren wieder als Fan entfernt wird. Bei mir dauerte das knapp 15 Minuten.

Wer Fan von Grey Poupon werden möchte, muss sich tatsächlich bewerben und einen Auswahlprozess in Form einer Facebook-Applikation bestehen. Die Bewerbungsapp bewertet das eigene Profil, und prüft, ob die bisherigen Kommentare, „Gefällt mir“-Klicks, Interessen und so weiter einem Senf-Genießer und Grey Poupon-Fan „würdig“ sind. Falls nicht, wird die Bewerbung höflich abgelehnt. Nicht ohne den Verweis, man solle es ein anderes Mal vielleicht nochmal versuchen, schließliche stehe Grey Poupon auf Cinderella Stories…

Insgesamt also eine willkommene Abwechslung in der Social-Media-Welt, die Facebookseite von Grey Poupon. Schön, dass die sonstigerweise vorherrschande Fan-Jagd ein wenig aufs Korn genommen wird.
Schade, dass ich nicht als Fan angenommen wurde. Ich muss wohl zuerst noch mehr nette Dinge über Senf posten und mich als Genießer auf Facebook positionieren.