Thinking in Circles+ (Teil 2)

Eben war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich:

Was sehe ich im Newsfeed?

Logischerweise sehe ich im Newsfeed genau das, was andere wie in Teil 1 beschrieben mit mir teilen. Weil das „sich-in-andere-Hineinversetzen“ nicht immer bei allen so gut klappt, dennoch hier eine kurze Aufschlüsselung:

Postet jemand anderes etwas als „Öffentlich“, sehe ich diesen Beitrag in meinem Newsfeed, sofern ich mich in einem oder mehreren Circles dieser Person befinde. Außerdem kann ich den Beitrag im öffentlichen Profil dieser Person sehen.

Postet jemand etwas an „Erweiterte Kreise“, sehe ich diesen Beitrag in meinem Newsfeed, sofern ich mich in einem oder mehreren Circles dieser Person oder in einem oder mehreren Circles einer anderen Person befinde, die in den Circles des Ur-Absenders ist. Ein Beispiel: Ich bin im Circle „Freunde“ von Marie. Marie ist im Circle „Familie“ von Paul. Wenn Paul  einen Beitrag an „Erweiterte Kreise“ veröffentlicht, sehe auch ich diesen Beitrag im Newsfeed – obwohl ich nur ein Freund von Marie bin und Paul vielleicht nie begegnet bin.

Postet jemand einen Beitrag an alle oder bestimmte Kreise, so sehe ich diesen Beitrag, sofern ich in speziell diesen Kreisen bin.

Wo muss Google nachbessern?
So weit so gut. Prinzipiell sind die Circles eine tolle Sache, eben weil sie die Realität viel besser abzeichnen als andere Netzwerke. Und gerade auch unter dem Aspekt des Teilens von Informationen und Interessen sind die Circles ein echter Fortschritt.

Für einige Nutzer ergibt sich jedoch – bedingt durch diese Struktur – das sogenannte Follower-Problem. Insbesondere „Magneten“ und Vielposter wie Sascha Lobo oder Klaus Eck nutzen Google+ einerseits um Informationen mit vielen Menschen zu teilen.. Andererseits nutzen sie den Newsfeed selbst um Informationen von ihrem relevanten Netzwerk zu erhalten. Nicht interessiert sind sie dabei an privaten Fotos und Beiträgen von Wildfremden, von denen sie aus Interesse zu einem Circle (und sei es der Circle „Nur Folgen“) hinzugefügt wurden.
Wenn ich ganz persönlich darauf pfeife, ob ich die Wall eines Herrn Knüwer oder eines Herrn Lobo zuspamme, und einen Beitrag für „Öffentlich“, „Erweiterte Kreise“ oder „Meine Kreise“ freigebe, sehen besagte Herren diesen Beitrag in ihrem Newsfeed. Das mögen vielleicht Luxusprobleme sein, aber hier sehe ich massiven Nachbearbeitungsbedarf auf Seiten von Google. Jedes Mal den Newsfeed nach jedem einzelnen eigenen Circle zu sortieren ist nicht gerade nutzerfreundlich. Und auch das Anlegen eines zusätzlichen Circles „Newsfeed“ mit allen von mir zugefügten Personen, um den NewsFeed danach filtern zu können, ist nicht optimal. Zwar möglich, aber ebenfalls nicht nutzerfreundlich und darüber hinaus ein umständlicher Redundanzansatz.

Helfen würde hier bereits die Möglichkeit beim Veröffentlichen einzelne Circles aus dem Newsfeed ausschließen zu können (z.B. den „Nur Folgen“-Circle). Wobei das immer noch viel Disziplin bei den Verfassern der Beiträge verlangt, Beiträge auch wirklich nur mit denjenigen zu teilen, die Interesse daran haben: Fotos vom letzten Urlaub also mit den Circles „Familie“ und „Freunde“ teilen – und nicht mit „Erweiterte Kreise“ oder gar „Öffentlich“

Oder aber Google versieht den „Nur Folgen“-Circle mit einer entsprechenden Funktionalität á la Twitter. Das würde nur beim Sortieren der Kontakte Disziplin erfordern, nicht aber jedes Mal beim Teilen eines Beitrages. Denkbar wäre hier auch die Möglichkeit, selbst für jeden Circle Einstellungsmöglichkeiten zu programmieren (beispielsweise „Nur Folgen“, „keine als „Öffentlich“ gekennzeichneten Beiträge, usw.).

Zumindest für den Anfang wäre außerdem eine quick&dirty-Lösung schön, wie die Einführung eines „Mute in Newsfeed“-Circles oder -Buttons.

So sieht’s aus. Ran an die Arbeit, Google.