Arbeiten mit Google+

Social Media macht nur Arbeit? Weit gefehlt, man kann das Arbeiten mit Social Media auch effizienter machen. Wie Google+ als Arbeits-Tool eingesetzt werden kann, um kollaboratives Arbeiten einfach möglich zu machen, zeigt dieser Blogpost:

Hinweise vorneweg
Generell hat das Arbeiten mit einem Sozialen Netzwerk den Vorteil, dass kein Programm und keine App installiert werden müssen. Google+ ist browserbasiert. Alles, was benötigt wird, ist also ein Internetzugang (und natürlich ein Browser…). So kann das Netzwerk beim Arbeiten recht spontan und ohne großen Aufwand eingesetzt werden.
Hinzu kommt, dass gerade Google+ ein extrem einfaches Userinterface bietet. Jeder findet sich hier schnell zurecht, insbesondere dann, wenn er bereits mit einem der bekannten Social Networks vertraut ist. Hier ist die Schwelle für User also sehr niedrig, das Netzwerk tatsächlich nicht nur bei, sondern für die Arbeit zu nutzen.

Hangouts und Chat als Kommunikationsmittel
Wie auch beispielsweise Facebook bietet Google+ die Möglichkeit zu chatten. Für kurze Rückfragen oder Besprechungen eignet sich diese Funktion hervorragend und kann einen unternehmensinternen Messenger ersetzen oder das E-Mail-Postfach entlasten.
Doch es sind die Hangouts, die das Flagschiff von Google+ und momentan auch noch ein echtes Alleinstellungsmerkmal des Netzwerks sind.
Google integrierte in seine Social Media Plattform die Möglichkeit, mit mehreren anderen Plussern einen Videochat zu starten und nannte diese Funktion „Hangouts“.

Promobild von Google+ zur Videochat-Funktion

Promobild von Google+ zur Videochat-Funktion

Bis zu zehn User können gleichzeitig miteinander über den Videochat miteinander sprechen, Geschäftstermine ausmachen, Brainstormen, Konzepte durchgehen oder einfach nur quatschen. Die Hangout-Funktion, wie auch der normale Chat, sind gut implementiert, leicht verständlich und machen Spaß. Anders als bei anderen Videochat-Programmen entscheidet sich ein Plusser übrigens dafür ohne eine direkte Videochatanfrage in einem virtuellen Videochat-Raum „abzuhängen“, auch im Hintergrund, bis andere sich dazugesellen.
Gestartet wird das „Abhängen“ über nach rechte Menü mit einem Klick auf „Hangout starten“.

Hangout von Google+

Mit einem Klick ab in den virtuellen Videochat-Raum

Google Docs + Hangouts
Hangouts sind nicht Google+’s einziges Tool für kollaboratives Arbeiten. Der ein oder andere hat vielleicht auch vor dem Launch des Netzwerks bereits mit Google Docs gearbeitet. Diese Funktion hat Google jetzt kürzlich auch in sein Netzwerk eingebaut und mit den Hangouts kombiniert. Die Möglichkeit im Videochat gleichzeitig und in Echtzeit mit anderen an einem Dokument zu arbeiten, bietet im Businessleben enorme Potentiale, die es auszuschöpfen gilt.

Die Funktionen im Überblick:

  • Hinzufügen eines bestehenden oder Hochladen eines neuen Dokuments
  • Aufrufen dieser Dokumente über eine Liste auf der linken Seite
  • Kollaboratives Bearbeiten der Dokumente in den Hangouts in Echtzeit
  • Wechseln der Dokumente oder Bearbeiten von mehreren Dokumenten gleichzeitig

Damit bietet Google+ vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen eine kostenlose Alternative zu komplexen Collaboration-Plattformen.

Gestartet wird das kollaborative Bearbeiten eines Dokuments mit einem Klick auf „Google Docs“ am oberen Bildschirmrand.

Eine Zukunft als Enterprise Tool?
Klar, Google+ ist kein perfektes Tool für die Kommunikation innerhalb eines Unternehmens und für kollaboratives Arbeiten. Das ist ja auch gar nicht das erklärte Ziel von Google+. Falls die Karriere als Social Network allerdings nicht klappen sollte (was angesichts des blauen Riesen nicht unwahrscheinlich ist) bescheinige ich Google+ gerne das Potential zur Businessplattform für interne Kommunikation. Hier muss Google nur einen Weg finden, Tools wie Yammer, Salesforce oder Microsofts Pilotprojekt So.cl zu überholen. Mit Googles breiter Expertise und der Vielzahl an bereits vorhandenen Businesstools ist das aber möglich, wenn Google in diese Kerbe schlagen möchte.

Springt der Funke noch über?

Sparks. Zu deutsch: Funken. So nennt sich eine der Funktionen von Google+, die neben Hangout, Huddle und Circles die Nutzer begeistert.
Ich habe bisher die Sparks kaum genutzt, und habe das zum Anlass genommen, mich einmal etwas genauer mit der Funktion zu beschäftigen.

Sparks

Die Sparks-Funktion von Google+


Sparks sind im Prinzip nichts anderes, als eine Kombination aus themenbezogenem RSS-Feed und einem Google Alert.
User von Google+ können sich verschiedene Sparks zu beliebigen Themen anlegen. „Interessen“, nennt Google die Themen eines Sparks. Interessante Sparks-Themen für mich sind beispielsweise „Social Media“, „Facebook“, „Google+“ und weil ich ja auch noch ein Privatleben habe „Brettspiele“.
Meine Sparks

Meine Sparks bei Google +


Einmal angelegt kann ich nun bei Google+ meine Sparks jederzeit aufrufen – ähnlich dem Aufrufen von Streams mit Inhalten eines bestimmten Circles.
In einem ähnlichen Stream zeigt mir Google+ dann themenrelevante News an, in dem aufgerufene Artikel analysiert und die Interessen meiner Kontakte verknüpft werden. Die Sparks sollen so mit dem dahinterliegenden Algorhythmus mit der Zeit immer besser werden und dem User immer personalisiertere und relevantere Inhalte anzeigen. Damit werden die Sparks von Google+ zu individuellen, lernfähigen, themenbezogenen Nachrichtenquellen.
So. Da frage ich mich, warum ich so eine praktische Funktion nicht bereits von Anfang an intensiv genutzt habe. Und weiß gleichzeitig, warum ich auch in der nächsten Zeit die Sparks nicht regelmäßig aufrufen werde:
Über die von mir Themen werde ich bei Google+ bereits in meinen normalen Streams mehr als ausreichend mit Informationen versorgt. Da die derzeitigen Nutzer von Google+ beziehungsweise die User in meinen Circles alles Early Adopter mit ausgeprägter Social-Media-Affinität sind, habe ich nicht das Gefühl, ohne Sparks etwas Relevantes zu verpassen. Momentan fehlt mir also noch ein echter Mehrwert der Sparks gegenüber den normalen Streams und meinen abonnierten RSS-Feeds, die ich auch nicht missen möchte.

Was nicht ist, kann aber noch werden. Wenn sich meine Interessen ändern, beispielsweise. Oder wenn die Qualität der Inhalte, die Personen mit mit teilen, abnimmt.
Ich halte beides für unwahrscheinlich.